# 028 Schuldgefühle entsorgen, so geht´s!

 

 

Was muss ganz praktisch passieren, damit Du das Konzept von „Schuld“ auflösen und wirklich dauerhaft loslassen kannst? Die Schritte, die Du hier kennenlernst, sind natürlich nicht nur besonders effizient und psycho-logisch, sondern auch neu :o)

Shownotes: Wir brauchen einen moralischen Anspruch! Aber dafür brauchen wir keine Schuld und keine Beschuldigungen. Warum das Konzept der Schuld in die Tonne gehört und das Konzept der Fairness viel besser funktioniert, erfährst Du ausführlich in der Folge 027!

In dieser Folge Nr. 028 geht darum, wie wir hartnäckige Schuldgefühle loswerden können.
Dafür ist es zunächst einmal wichtig zu wissen, dass wir Fehler machen können, aber kein Fehler SEIN können, selbst wenn es sich so anfühlt. Denn sicherlich hast Du Fehler gemacht, aber Du WARST niemals ein Fehler. Du warst immer sehr liebenswert und auch immer sehr wertvoll!
Mit anderen Worten: Wir können Scheiße bauen, aber nicht scheiße sein!

Die folgenden Schritte zum Abbau Deiner Schuldgefühle kannst du selbstverständlich alleine machen, ich empfehle dir aber, sie mit einem vertrauten Menschen gemeinsam zu machen. Denn er oder sie kann Dir wahrscheinlich sehr helfen. Genauso, wie Du dieser Person wahrscheinlich sehr helfen könntest, wenn sie oder er mit einer übermäßigen Schuld zu Dir käme. Am besten schreibst Ihr auf, was ihr herausgefunden habt. Denn dann bekommst Du nicht nur einen guten Überblick, sondern Du kannst Dich auch später immer Mal wieder an diese hilfreichen Gedanken erinnern!
Folgende Fragen können Euch helfen, den quälenden Schuldgefühlen den Boden unter den Füßen wegzuziehen:
Was genau ist schiefgelaufen?  Was ist vor dem blöden Ereignis alles passiert? Was war tatsächlich unfair und was nicht (wenn man schlecht behandelt wird, ist es zumindest verständlich, wenn man etwas heftiger reagiert)? Nenne mindestens 3 Gründe, weswegen Du so unter Druck gestanden hast, dass Du unfair gehandelt hast. Welche schmerzlichen Gefühle wolltest Du beenden? Gegen was wolltest Du Dich wehren? Was wolltest Du vielleicht dem anderen klarmachen? Hat Dein Gegenüber vorherige Signale und Äußerungen nicht verstanden oder ignoriert? Wie haben die Beteiligten gedacht, was haben sie gewollt, wovor haben sie Angst gehabt? Welche Fehler hast Du gemacht? Und welche Fehler hat Dein Gegenüber gemacht? Stelle auch die guten Taten neben die schlechten, um einen guten Überblick zu bekommen.
Noch ein Ansatz: Gab es eine tragische Unwissenheit? (Ja, natürlich gab es die!) Wer hat tragischerweise was nicht gewusst oder nicht verstanden? Wer hat nicht richtig zugehört und verstanden?
Wichtig ist auch zu sehen, was beide Seiten in dieser Angelegenheit alles gut und richtig gemacht haben.
Danach könnt Ihr Euch fragen: Wenn wir das jetzt alles sehen und verstehen: Wie groß war Dein moralischer Fehler tatsächlich? Wie unfair waren die einzelnen Handlungen auf einer Skala von 0 – 10? Und was hast Du daraus gelernt?
Und immer wieder: Wir können Scheiße bauen und das ist nicht in Ordnung. Aber wir können nicht scheiße sein! Egal, was passiert ist, Ihr könnt niemals „schuldig“ im Sinn von „minderwertig“ oder „ein schlechter Mensch“ gewesen sein, denn das geht nicht! Ihr hattet immer einen sehr hohen Selbstwert und ein sehr liebenswertes Wesen! Denn das haben wir alle und niemand kann das jemals verlieren. Alles andere ist ein Unsinn, an den leider noch eine Menge Leute glauben …

Hier noch einmal ganz kurz der Ablauf im Kontakt mit Eurem inneren Kind:
Erinnere dich an eine Situation, in der du besonders heftige Schuldgefühle hattest (das kann natürlich auch nach Deiner Kindheit gewesen sein!). Wahrscheinlich wirst du eine Szene vor Augen sehen, die für deinen kindlichen Aufpasser ein „Beweis für deine ewige Schuld“ ist. Wie alt bist du in dieser Szene? Versuche im nächsten Schritt, Kontakt zu deinem jüngeren Ich aufzunehmen und mit ihr/ihm diesen „schrecklichen Beweis für Eure Schuld“ einmal unter die Lupe zu nehmen.
Mache dir dann erstmal klar, dass dein jüngeres Ich ein sehr schmerzliches Problem HAT, aber selbstverständlich nicht das Problem selbst IST bzw. WAR. Schau dir zunächst das liebenswerte Wesen deines jüngeren Ichs an und teile ihm mit, dass es ein sehr liebenswertes Wesen hat (Näheres zum Kontakt mit dem inneren Kind findest Du im E-Book unter „Downloads“ auf meiner Webseite psycho-logischundneu.de). Teile ihr/ihm mit, dass es für dich in deinem Leben eine sehr große und oft auch sehr positive Bedeutung hat und dass es einen so hohen Selbstwert hat, wie jedes andere Kind beziehungsweise jeder andere Mensch.
Wichtig: Bleibe immer dran an Deinem jüngeren Ich, schweife möglichst nur kurz ab mit weiteren Erinnerungen etc. (das ist auch Tom passiert). Schaue Dir an, wie groß die Last war, die Dein jüngeres Ich wegen seiner Schuldgefühle/Selbstzweifel durch sein Leben tragen musste (in dieser Episode ab Minute 7 und 15!). Dann kannst Du mit ihm die o.g. Fragen durchgehen und ihr/ihm so ganz klar zeigen, dass es selbst niemals das Problem war. Schaue Dir dann unbedingt die Ursache all dieser seelischen Probleme an: Die tragische Unwissenheit Deiner Eltern und ihr tragischer Glaube an ihre schmerzlichen/kindlichen Konzepte, unter denen sie schon so lange gelitten haben. Erkenne, dass Dein inneres Kind in all diesen tragischen Situationen nichts falsch gemacht hat, schaue immer wieder nach Deinem jüngeren Ich bzw. Deinem inneren Kind und nimm es in den Arm, wenn das für Euch beide in Ordnung ist. Lasse all die Gefühl zu, genauso wie Tom es in dieser Episode macht. Höre Dir für diesen tiefen Prozess diese Episode – und alle anderen hilfreichen Episoden – öfter an. Und wiederhole auch diese Schritte gelegentlich. Denn Lernen benötigt Wiederholungen (das war/ist auch für Tom sehr wichtig :o) ).
Das wars hier in aller Kürze, ich wünsche Dir und Deinem inneren Kind (bzw. Deinem jüngeren Ich) viel Erfolg auf Deinem/Euren Weg!

Weitere Informationen und ganz konkrete Anleitungen zu den Themen dieses Podcastes findest Du in meinem Buch „Hör auf, Dich fertig zu machen“. Und natürlich bei Instagram unter „psycho-logischundneu“, auf meiner Webseite „psycho-logischundneu.de“ und in weiteren Folgen dieses Podcastes!

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